Die Idomeni-Tage (9)

Foto: Julia Christ

Polykastro, 9. Juni 2016

Wir sind das letzte Mal auf der Eko Tankstelle bei Polykastro. Interviewen meine ehemaligen Yogaschülerinnen. Nourshan erzählt, dass sie ernsthaft überlegt, nach Syrien zurückzukehren. Oder in die Türkei, in der sie zuvor längere Zeit unterbezahlt in einer Fabrik gearbeitet hatte.

Ela sagt, dass sie lieber in Syrien sterben würde, anstatt hier langsam zugrunde zu gehen.„Wir wollten diesen diesen Krieg nicht. Wir wollten nicht nach Europa, wir hatten alles, einen Job, ein Haus, ein Leben. Und jetzt leben wir hier wie Tiere.“ Wann immer wir eine Kamera auf Ela halten, knipst sie ein Lächeln an. Wie auf Kommando. Doch so schnell wie Ela lächelt, so schnell entgleitet ihr der fröhliche Gesichtsausdruck. Ihr Blick wird leer. Ganz schnell. „Viele meiner Verwandten sind im Krieg gestorben, ich habe so viel Blut gesehen, so viele Bomben gehört. Jetzt kann ich gar nichts mehr fühlen.“

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