Von Ljubljana nach Idomeni (3)

14. April 2016, Thessaloniki und Polykastro
Zurück in Richtung Norden mit dem Überlandbus. Auf dem ersten Busbahnhof treffe ich auf eine Gruppe von fünfzehn Menschen, die mit abgenutzten Rucksäcken und unzähligen Plastiktaschen auf ihre Weiterfahrt warten. Ich stelle mich neben sie und ein schwer definierbares Unbehagen breitet sich in mir aus. Ich weiß nicht, warum. Es sind drei Männer, mehr als ein halbes Duzend Kinder zwischen zwei und fünfzehn Jahren sowie vier Frauen in Kopftüchern und langen, schlabberigen Röcken. Sie sehen ausgelaugt und erschöpft aus, während die frisch geföhnten, sonnenbebrillten Griechinnen in ihren engen Röcken und Pumps an den benachbarten Bussteigen geradezu vor Kraft zu strotzen scheinen. Ein etwa zweijähriges Mädchen aus der Flüchtlingsgruppe sieht mich neugierig an. Mir schießen mir die Tränen in die Augen, aber ich versuche die Kleine anzulächeln. Dann fange den Blick seines Vaters auf. Er lächelt auch. Einfach so.

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